Aktuelle Vorhaben

Sinfoniekonzert

21.03.2020, 20:00 Uhr | Neustadt b. Coburg, Mehrzweckhalle Heubischer Straße Programm

Weiterer Konzert-Termin:
Samstag, 14.03.20, 20:00 Uhr, Gesellschaftshaus Sonneberg

Programm:

  • Franz Schubert: Ouvertüre im italienischen Stil, C-Dur, D 591
  • Wolfgang Amadé Mozart: Sinfonia concertante Es-Dur, KV 364, für Violine, Viola und Orchester
  • Bohuslav Martinu: "Divertimento" - Serenade Nr.4 für Violine, Viola und Orchester
  • Antonin Dvorak: Polka in B-Dur "Für die Prager Studenten" B.114
  • Zdenek Fibich: Dojmy z venkova - Eindrücke vom Lande, Suite op.54

Ausführende:

Gertrud Schilde (Violine)
Monika Henschel (Viola)
Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt b. Coburg

Leitung: Hans Stähli

Franz Schubert: Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur       

Obwohl Rossini erst 1822 Wien persönlich besuchte, kannte und verehrte Schubert dessen Musik bereits viel früher. 1817, während der Arbeit an seiner 6. Sinfonie, komponierte er zwei Ouvertüren "im italienischen Stil", je eine in D-Dur und C-Dur. Die D-Dur-Ouvertüre wurde von den Musikfreunden Neustadt 2010 aufgeführt. "Im italienischen Stil" bedeutet: Die Verwendung von gewissen italienischen Melodiefloskeln, von schnellen Triolen, von bestimmten Bass-Bewegungen und von Stellen mit bewusst einfachen Harmonien. Formal typisch sind das Fehlen einer Durchführung und eine ausgebaute Schluss-Stretta. Auch im Finale seiner 6. Sinfonie folgt Schubert diesen Kriterien. Schuberts Stil-Synthese mit seiner eigenen Tonsprache ist gekonnt, aber auch charmant.

Wolfgang Amadé Mozart: „Sinfonia concertante“ Es-Dur

Mozarts große Reise in Begleitung seiner Mutter, 1777-1779, von Salzburg über München, Augsburg, Mannheim nach Paris und wieder zurück, gestaltete sich als ein Desaster: keine erhofften beruflichen Anstellungen, kaum musikalische Aufträge, die Mutter stirbt, die geliebte Aloisia Weber weist ihn ab. Die Folge dieser Erlebnisse war erstaunlicherweise ein Qualitätsschub in seinen folgenden Kompositionen. Wieder in Salzburg, schrieb er die Krönungsmesse, die Missa solemnis, die Sinfonien KV 318 und 319, die Posthorn-Serenade, das Konzert für zwei Klaviere und die Sinfonia concertante für Violine und Viola. Man könnte diese als Krönung seiner Streicherkonzerte bezeichnen. Eigenartigerweise sind die beiden Soloinstrumente in allen drei Sätzen öfters im Dialog, als dass sie gemeinsame Passagen spielen. Die Orchester-Bratschen sind geteilt. Sie begleiten oft die Solo-Bratsche in tiefen Lagen, die Tutti-Abschnitte erhalten mehr Fülle. Die vier Bläser, Oboen und Hörner, beteiligen sich öfters am thematischen Geschehen. Bemerkenswert ist der langsame Mittelsatz, ein c-moll-Andante mit starkem Tiefgang.

Bohuslav Martinu: "Divertimento", Serenade für Violine, Viola und Orchester

Zu den meist gespielten Komponisten des 20. Jahrhundert gehört der Tscheche Bohuslav Martinu. Er wirkte hauptsächlich in Paris, den USA und der Schweiz, was ihm seine Landsleute gelegentlich übel nahmen. Er schrieb tonal, publikumsfreundlich, hatte einen ausgeprägten Personalstil und einen riesigen Werkkatalog. Nach drei Serenaden für unterschiedliche Kammermusikbesetzungen folgte 1931 eine vierte für Violine, Viola und Orchester, die er zusätzlich als "Divertimento" bezeichnete. Es ist ein kurzes, dreisätziges, neunminütiges Werk. Die Orchesterbesetzung besteht lediglich aus zwei Oboen, Streichorchester und - typisch für Martinu - einem Klavier.

Antonin Dvorak: Polka in B-Dur "Für die Prager Studenten"

In reifer Zeit, 1880, kurz nach seiner 6. Sinfonie, schrieb Dvorak ein kleines Gelegenheitswerk, die Polka „Für die Prager Studenten“, ein dreiteiliger kurzer Tanz, wirkungsvoll für kleineres Orchester instrumentiert. Ein Gegenstück, Smetanas Marsch für die Prager Studenten-Legion, wurde von den Neustadter Musikfreunde beim Open-Air-Konzert 2019 aufgeführt. 

Zdenek Fibich: „Eindrücke vom Lande“, Suite op.54

Fibich gehört mit Smetana und Dvorak zum Dreigestirn der tschechischen Nationalkomponisten des 19. Jahrhunderts. Mit seinen drei Sinfonien ist Fibich neben Dvorak auch der größte tschechische Sinfoniker seiner Zeit. Sehr bekannt wurde er durch einen "Hit", die "Poème", die in zahlreichen Bearbeitungen gespielt wurde und wird. Für die späte Orchestersuite "Eindrücke vom Lande" "recycelte" er das Klavierstück "Dolce far niente" und einen Streichquartettsatz. Die Suite gliedert sich in fünf Sätze: Ein sanftes, ruhiges Fugato charakterisiert eine Mondnacht. Der zweite Satz ist eine Sousedská, ein ländlerartiger, etwas schwerfälliger, dreiteiliger Tanz. Noch vor Richard Strauss' "Alpensinfonie" beschreibt Fibich im dritten Satz eine Gipfelbesteigung, die mit leisen Hornfanfaren beginnt, sich mächtig steigert, und gleichsam mit einem Panoramablick pianissimo endet. Die beiden letzten Sätze sind in mäßigem Tempo: Ein "Plauderstündchen" mit zwei Trios, und ein "Tanz im Grünen", eine veritable tschechische Polka, leicht melancholisch, mit einer strahlenden Stretta.

Texte: Hans Stähli

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Sinfoniekonzert
21.03.2020, 20:00 Uhr